Der Burgenländische Landes-Rechnungshof (BLRH) prüfte den Rechnungsabschluss 2023 des Landes Burgenland und sprach 47 Empfehlungen aus. Zur Beurteilung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung zog er auch den Rechnungsabschluss 2024 sowie die Voranschläge für die Jahre 2025 und 2026 heran. Die Prüfung zeigt weiterhin off ene Mängel aus der Eröffnungsbilanz 2020 auf, die sich bis zum Rechnungsabschluss 2023 und darüber hinaus fortsetzten. Verbesserungsvorschläge machte der BLRH auch zur laufenden Rechnungslegung und zu den Anhängen. Darüber hinaus ließen deutliche Abweichungen zwischen Budgets und tatsächlicher Entwicklung Fragen zur Qualität der Budgetplanung aufkommen.
Grund zur Sorge gab für den BLRH der Ausblick: Für den Zeitraum 2020 bis 2026 wird ein kumulierter Verlust von nahezu einer Milliarde Euro erwartet, der zu finanzieren ist. Dies machte sich dadurch bemerkbar, dass bisher vorhandene Reserven wie die liquiden Mittel und weitere Finanzanlagen (BVOG-Gelder) im Jahr 2024 bzw. 2025 aufgebraucht waren und die Verschuldung im Jahr 2025 weiter anstieg und einen Höchststand erreichte. Im Jahr 2026 gab es das Angebot an die Wohnbaudarlehensnehmer zur vorzeitigen Rückzahlung gegen einen Abschlag von 25 Prozent.
In seiner Stellungnahme zum Prüfungsergebnis berief sich das Land auf einen stabilen Finanzierungshaushalt und dass sich Einnahmen und Ausgaben die Waage halten
würden. Der BLRH wies mehrfach darauf hin, dass Einnahmen auch durch die Aufnahme von Darlehen und durch den Verkauf von Vermögen generiert werden können.
Daher ist nicht der Finanzierungshaushalt der Maßstab für die Wirtschaftlichkeit, sondern der Ergebnishaushalt und das dort ausgewiesene Nettoergebnis.